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Archive for the ‘Persönlichkeitsfindung’ Category

Zwölf Jahre nach dem Tod meiner Mutter, sieben nach meinem Abitur, sechs nach meinem Auszug von zu Hause und drei Jahre nach dem Umzug in eine andere Stadt wollte ich nun für drei Monate wieder in meinem Elternhaus wohnen.

Nach drei Wochen haben mich die Erinnerungen an meine Kindheit übermannt und ich habe überall nur die Schrecken von damals gesehen. Eigentlich wollte ich dort meine Abschlussarbeit schreiben.

Ich habe lange Jahre gebraucht, um das Geschehene zu verarbeiten. Danach habe ich lange Jahre gebraucht, um mir etwas Eigenes zu schaffen. Und all das, ohne dass mir jemand dabei zur Seite gestanden hätte. Und in nur drei Wochen ist all das in sich zusammengebrochen.

Heute morgen saß ich im Zug, habe Coldplay gehört und habe mir gedacht, dass da etwas nicht stimmen kann: Habe ich nicht lange Jahre gebraucht um das Geschehene zu verarbeiten und auch lange Jahre, um mir etwas Eigenes zu schaffen? Das alles habe ich geschafft ohne das, wovon Coldplay singt, was ich aber nie erfahren habe – niemand hat am Ziel auf mich gewartet und keiner hat mir den Weg dorthin gewiesen. Das, was ich da jetzt habe, ist wertvoll: Mein Leben. Und ich lasse mir das nicht kaputt machen von ein paar Erinnerungen. Morgen ziehe ich aus.

Zwei Fragen stellen sich jetzt noch: Sieg oder Niederlage? Ist das wichtig?

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